Arnika wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend

Arnika wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend

Die Arnika ist eine mehrjährige Heilpflanze, welche eine Höhe von 50 cm erreichen kann. Arnica montana L. ist den Korbblütengewächsen (Asteraceae = Compositae) zugehörig.

In einem kalkarmen und saurem Boden, darf sich die ganze heilende Pflanzenpracht entfalten. Ihre gelbe Blütenfarbe ist ein Blickfang, an dem meist nicht achtlos vorbei gegangen werden kann. Blütezeit ist Juni bis August. Die aus dem Boden wachsende Rosette besteht aus eiförmigen Pflanzenblättern. Ein besonderes Merkmal des Erscheinungsbildes der Arnika sind die behaarten Blätter und Stängel. Auf den Stängeln befinden sich ein oder zwei Blattpaare. Die Asymetrie und Unregelmäßigkeit der Blüten, lassen die Pflanze schnell als Arnika erkennen.

Vorkommen und Herkunft

Sie ist eine in Europa heimische Pflanze. Vorwiegend kann sie in Berggegenden vorzufinden sein. Die Suche nach ihr würde daher in den Alpen, den Vogesen und dem Hochschwarzwald zu einem Erfolg

führen. Deutschland hat auf Grund ihres nur noch eher seltenen Vorkommens, ein Verbot gegen das Sammeln dieser Heilpflanze erhoben. Ein sehr guter und wirksamer Ersatz, bietet die Wiesenarnica „Arnica chamissonis.

Volksmund und Brauchtum

Obwohl diese Heilpflanze schon lange als solche erkannt wurde, findet man nicht unbedingt sehr viel an alten Aufzeichnungen. Hildegard von Bingen (1098-1179) bezeichnete sie als „Wolfesgelegena“ und setzte sie als Aphrodisiakum ein. Sebastian Kneipp jedoch, machte sie erst zu einer anerkannten wirksamen Pflanze der Naturheilkunde. Für ihn galt die Erkenntnis: „Arnica ist nicht mit Gold zu bezahlen“.

Gerne auch als Altvaterkraut, Stichkraut, Fallkraut und Bruchkraut bezeichnet, erkennt man den Einsatz ihrer helfenden Wirkung. Schon im 17. Jahrhundert wurde sie als Universalheilmittel erfolgreich eingesetzt.

Inhaltsstoffe von Arnika

Die Blüten dieser Pflanze enthalten Flavone, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Beta-Sitosterol, Kampfer, Procyanidine, Helenalin, Inulin und Arnicin.

In den Wurzeln findet man Milchsäure, Mangan, Kalium-, Kalzium-, Eisen- und Magnesiumverbindungen.

Wirkung von Arnika

Arnika hat fast unzählig viele positive Eigenschaften. Wirksam bekämpft sie Entzündungen. Auch ihre antibakterielle Wirkung lässt sie breit gefächert zu ihrem Einsatz in der Naturheilkunde kommen. Krampflösend, schmerzstillend und blutreinigend leistet sie Hilfe bei dem Erkrankten.

Anwendung von Arnika

Bei folgenden Beschwerden kann Arnika richtig angewendet erfolgreich sein:

  • Prellungen
  • stumpfen Verletzungen
  • Verstauchungen
  • Rheuma
  • Entzündungen in dem Mund- oder Rachenbereich
  • Stiche durch Insekten
  • Stoffwechselstörungen
  • Herz- Kreislauferkrankungen
  • Störungen der Verdauungsorgane

Von vorbeugenden Maßnahmen mit Arnika, wie z.B. einer anstehenden Kiefer-OP, wird abgeraten. Nach einer erfolgreichen OP jedoch, kann sie dagegen hilfreich sein.

Zubereitung und Verabreichung

Arnika sollte äußerlich zum Einsatz kommen.

Bekannte äußerliche Anwendungsformen

  • Kompressen
  • Tee (zur äußerlichen Anwendung)
  • Öl für die Pflege
  • Tinkturen zum Gurgeln oder Auflegen
  • als Balsam

Da die Arnika zu den toxischen Pflanzen zählt, muss sie mit Vorsicht genutzt werden. Äußerlich angewendet, sollte sie immer verdünnt werden. Ein sich langsames an die Pflanze Herantasten ist empfehlenswert, da sie Allergien auslösen kann. In der modernen Pflanzenheilkunde, wird meist auf eine innerliche Anwendung verzichtet, da die Nebenwirkungen sehr massiv ausfallen können. In der Homöopathie darf Arnika nur von qualifizierten Ärzten an den Patienten verordnet werden.

Anwendungen mit Arnika

Antibakteriell, entzündungshemmend und schmerzstillend, findet Arnika ein großes Einsatzgebiet. Hilfreich wirken hier die Kräfte dieser Pflanze.

Tinktur

Die Tinktur kann mit gutem Recht als Hauptanwendungsform bezeichnet werden. Sie sollte jedoch vor der Anwendung mit reichlich Wasser verdünnt werden.

In ein Glas mit Schraubverschluss kommen als erster Schritt die Blüten hinein. Sie werden mit Weingeist oder einem Doppelkorn ganz abgedeckt. Dieses lässt man nun zwei bis sechs Wochen ziehen. Nach dem Seihen sollte dieser Sud in eine dunkle Flasche abgefüllt werden.

Nimmt man auf ein Glas Wasser ca. 10- 15 Tropfen dieser fertigen Tinktur zum Gurgeln, kann man erfolgreich gegen Halsentzündungen vorgehen.

Tee

Zum Gurgeln und zur äußerlichen Anwendung ist eine Teezubereitung eine gute Wahl. Die Zubereitung geht sehr einfach, nur darf er nicht getrunken werden. Ein bis zwei Teelöffel getrocknete Arnikablüten werden mit kochendem Wasser übergossen. Nach zehn Minuten kann man abseihen. Verdünnt man nun diesen Tee zur Hälfte mit Wasser, können in dieser Mischung Tücher für Umschläge getränkt werden.

Balsam

Fertig zur Anwendung, erleichtert ein Balsam die Zubereitung und richtige Aufbewahrung von Arnika. Mit der heilenden und pflegenden Kraft der Arnika, wird Gutes für die Gelenke und die Haut getan. Wohlriechende Öle sorgen sogar für ein Wohlfühlen des Körpers und der Sinne.

In der Kosmetik

Um eine gesunde Gesichtsfarbe erzielen zu können, bietet sich hier auch ein Dampfbad mit Arnikablüten an. Blüten mit heißem Wasser übergossen, können der Haut zu Zartheit verhelfen. Das Gesicht über diesen dampfenden Tee gehalten und mit einem Handtuch über dem Kopf gelegt, stellt sich schnell eine positive Veränderung der Haut ein.

Arnika Kräuterbalsam

Der Arnika-Balsam ist wohltuend für Gelenke, bei Schrunden und trockener Haut. Enthalten sind Öle von Arnika, Kampfer, Rosmarin, Lavendel und Johanniskraut.

Inhaltsstoffe des Arnika Kräuterbalsams

Arnikaöl

Arnikaöl ist ein Ölauszug der goldgelben Arnikablüten in einem Trägeröl.

In der Volksheilkunde wird Arnikaöl zur äußeren Anwendung bei Verletzungen, Prellungen, Verstauchungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenksbeschwerden verwendet. Es gilt als durchblutungsfördernd, wärmend, entzündungshemmend und antiseptisch. Arnikaöl wird in Einreibungen, Hautpflege-Präparaten und Körperlotionen verwendet.

Kampferöl

Der Kampferbaum ist ein asiatischer Baum, aus dem das Kampferöl gewonnen wird. Er gehört zur Familie der Lorbeergewächse. Kampher wird heute äußerlich in Form 10 %iger Salben angewendet. Die Salben wirken durchblutungsfördernd. In Präparaten wird Kampfer zum Beispiel bei Muskelzerrungen, Rheuma oder Neuralgien angewendet.

Rosmarinöl

Rosmarinöl hat antimikrobielle Aktivität gegen zahlreiche Bakterien, Hefen und Schimmelpilze und wirkt auf der Haut durchblutungsfördernd. Bei Kreislaufbeschwerden, rheumatischen Erkrankungen oder Zerrungen wird eine 6- bis 10-prozentige Salbe verwendet.

Lavendelöl

Lavendelöl ist das ätherische Öl aus den Blüten des Lavendels. Es ist farblos oder schwach gelblich, ziemlich dünnflüssig und hat einen angenehmen, starken Geruch nach Lavendel. Lavendelöl wirkt aufgrund seines Gehaltes an Linalool antimikrobiell. Äußerlich wird Lavendelöl in Einreibungen und Badezusätzen volksheilkundlich bei Verspannungen und Erschöpfungszuständen verwendet. Wegen seines Duftes dient Lavendelöl als pharmazeutischer Hilfsstoff zur Geruchskorrektur bei äußerlich anzuwendenden Arzneimitteln. Lavendelöl ist bedeutsam als Duftstoff in der Parfüm- und Seifenindustrie und wird auch zur Abwehr von Insekten verwendet.

Johanniskrautöl

Das Johanniskrautöl wird als Einreibemittel bei Hexenschuss, Gicht, Rheuma, zur Schmerzlinderung und Wundheilung nach Verrenkungen und Verstauchungen, bei Blutergüssen und Gürtelrose verwendet.